Mit Konsensieren Widerstand statt Zustimmung messen

Beim Konsensieren geht es um die Auswahl von Lösungen mit dem geringsten Widerstand.

Das Verfahren zielt auf die Berücksichtigung aller Stimmen, auch die der zurückhaltenden Personen. Konsensieren führt damit zu mehr ‘Brutto-Zufriedenheit’ und zu einer breiteren Basis als eine konventionelle Abstimmung. Kondensieren kann nützlich sein als Stimmungstest in einem Plenum wenn viele stark divergierende Anträge oder Vorschläge im Raum stehen und eine Entscheidung getroffen werden muss weil die Null-Lösung (ein Weitermachen wie bisher) keine Option ist.

Kondensieren ist ein einfacher, moderierter Prozess für eine Gruppenentscheidung, die nicht mit einem einfachen Ja/Nein beantwortbar ist. Alle Ideen und Wünsche dürfen vorgebracht werden, sind gleichberechtigt und werden für das Plenum gut sichtbar notiert. Lösungsvorschläge werden in einer ersten Runde weder kommentiert noch diskutiert und mit ‘Widerstandspunkten’ (W) bewertet. Das geht einfach per Handzeichen von 0-5 Fingern (Faust = uneingeschränkt einverstanden … ganze Hand = maximaler Widerstand).

Widerstand per Handzeichen messen

Formulierte Einwände werden für das Plenum notiert. Jede Wortmeldung soll einen einzigen Einwand behandeln. Mehrere Einwände sind mehrere Wortmeldungen. Können die Einwände in den bestehenden Vorschlag integriert werden, dann wird die Einwandsfrage gestellt »Wer hat einen Einwand gegen den Antrag?«. Die W-Punkte für jeden Lösungsvorschlag werden addiert und auf einer Matrix aller Vorschläge eingetragen. Ohne Einwand ist der Vorschlag angenommen und das Ziel schnell erreicht. Bei verschiedenen Vorschlägen hat die Lösung mit der geringsten Punktzahl in der Gruppe den geringsten Widerstand und ist einem Konsens am nächsten. Haben Teilnehmer bei der Lösung mit dem geringsten Widerstand einen hohen Wert (>3) kann man fragen, was es braucht, damit der Widerstand geringer würde. Oftmals finden sich Lösungen im Diskurs, manchmal reicht der Person bereits die Wahrnehmung des Widerstandes im Plenum.

Damit das Verfahren gut funktioniert, müssen die Teilnehmenden es gut verstehen. Das kann man durch einen Testdurchlauf mit einer einfachen und fiktiven Fragestellung spielerisch erreichen, dann erst die Zielfrage formulieren.

Edit:

via ulfschneider.io entdeckt:

Eine kostenlose und anmeldefreie Webapp für das Konsensieren. Ganz fantastisch, Danke!

* * *