digitalien.org — Stefan Knecht

kne:buster — Wunderkammern und Mißverständnisse

Wunderkammern als Vorläufer heutiger Museen waren ab der Spätrenaissance ein geordnetes Panoptikum aus Gemälden, Kunsthandwerk, ausgestopften Tieren und was auch immer von gefährlichen Reisen den langen Weg zurück zu Hofe überstand. Anfassbare Artefakte.

In der postfaktischen Gegenwart — wenn ‘Bauchgefühl’ schwerer wiegt als Fakten und Evidenz — kann eine  Wunderkammer wieder nutzen. Einiges gibt es aufzuklären.

kne:buster beleuchtet einige dieser wundersamen Mißverständnisse.

kne:buster als Podcast

Neuland! kne:buster gibt es immer donnerstags im kompakten 15-Minuten-Format als kleine Happen auf die Ohren. Produziert von Florian Städtler für Expedition Arbeit — auf Spotify, bei Apple und Google Podcasts.

Teaming — Tuckman liegt falsch

Das Tuckman-Modell zur Entwicklung von Teams aus Gruppen wird gerne verwendet. Leider ist auch das wishful thinking und nicht praxistauglich.

Die ganze, bittere Wahrheit:

https://digitalien.org/knecht/teaming-tuckman-liegt-daneben/

Generation X/Y/Z? Gibt es nicht.

‘Generation X Y …Z’ — Baby Boomer, Millenials, Me Me Me … und alle sollen ganz anders sein als alle vorangegangenen Generationen? Demografisch und statistisch gibt es die gar nicht. Hartnäckige fake news.

Na sowas.

https://digitalien.org/knecht/generation-x-y-z-gibt-es-nicht/

Das 'agile mindset'? Kann weg. Das 'growth/fixed mindset' gleich mit.

Eine ‘agile Haltung’ sei notwendig, ein mindset um geschmeidig-agil arbeiten zu können? Mindset, Haltung sind der eingetrocknete Sekundenkleber steckenbleibenden Veränderungsbemühungen.

Einem Zirkelschluß auf der Spur.

https://digitalien.org/knecht/agile-mindset-als-hilfskonstruktion/

VUCA? BANI? Leider nutzlos.

VUCA, das Acronym für die ach so turbulente Welt heute — und Ausgangspunkt aller Schwadronierereien für neue Arbeitsformen ist eine Tautologie und gänzlich überflüssig. Ebenso wie BANI, sein fluffiger Nachfolger.

Eine Beweisführung.

https://digitalien.org/knecht/vuca-und-bani-sind-nutzlos/

 

Appraisals und Bewertungen sind schädlich

Appraisals, Zielvereinbarungen und Jahresgespräche: Instrumente aus dem finstersten Teil der Personalmanagementhölle.

Seit 40 (!) Jahren warnt alle Forschung und rät dringend von Leistungserhebungen und Leistungsbewertungen ab. HR! Personaler! Manager aufgemerkt.

https://digitalien.org/knecht/leistungsbewertungen-appraisals-schaden/

Der NPS, Net Promoter Score misst nichts

Jede:r will gerne wissen, wie das Training, der Workshop war und ob Teilnehmende weiterempfehlen würden. Doch weder dafür taugt der NPS, noch für die Messung von Loyalität. Kann auch weg. Es geht besser und anders leichter.

➚ https://digitalien.org/knecht/der-nps-ist-keine-metrik/

»70% aller Change-Vorhaben scheitern.« Ist das so?

70% klingen plausibel und sind die perfekte Steilvorlage für das Marketing allerlei Beratungsdienstleistungen. Es ist ganz anders: an der Zahl ist nichts dran. Man weiss es schlicht nicht. Viele ebenso populäre Statements zum Change-Management halten einer Evidenzprüfung auch nicht stand.

➚ https://digitalien.org/knecht/70-prozent-change-scheitert-nicht/

Auf der langen und geduldigen Werkbank liegen weiters:

Die wohl bekannteste Pyramide ausserhalb Ägyptens, die Bedürfnispyramide ist auch eine Altlast. Frei erfunden und doch in jedem HR-Seminar immer wieder aufgerichtet.

Abraham Maslow hat sie auch nicht gemacht. Mon dieu.

McGregors Typ-X und Typ-Y Dichotomie: leider auch frei erfunden und doch so gerne an die Wand gebeamt.

Noch so ein Missverständnis.

Die positive Psychologie von Herrn Seligman (immerhin einige Jahre Vorsitzender der mächtigen American Psychological Association), kann einer nüchteren Evidenzprüfung nicht standhalten.

Ein leicht säuerliches Ideologie-Gschmäckle hängt der positiven Psychologie auch an.

Mal genauer hinschauen, dann sieht man das schon.

Das Wasserfall- oder V-Modell im konventionellen Projektmanagement: vor dessen Einsatz sein Miterfinder eindrücklich warnte. Nutzte nichts, wer liest schon das Kleingedruckte?